Stefan Niggemeier: „Die Grenzen der Online-Medien verschwimmen immer mehr“ #digidem16

Nach seinem Vortrag beim Symposium "Digitale Demokratie" (hier geht es zu unserem Live-Blog) haben wir uns Stefan Niggemeier geschnappt, um ihm für den Flurfunk ein paar Fragen zu stellen.

Flurfunk: Gibt es noch eine klare Trennung zwischen Blogs und anderen Online-Medien?
Stefan Niggemeier: Ich glaube, die gab's noch nie. Aber trotzdem denke ich, dass die Grenzen aus Nutzersicht immer mehr verschwimmen. Es gibt inzwsichen so viele unterschiedliche Medien und Online-Angebote, die von Verlagen oder Einzelpersonen kommen. Darunter sind auch viele kleine Projekte, nicht selten von Ideologien getrieben. Wir haben da also eine solche Vielfalt, deswegen ist eine Unterscheidung in Blogs oder klassische Medien quasi nicht möglich.

Flurfunk: Wie sieht der Journalismus in 20 Jahren aus?
Niggemeier: Keine Ahnung. Ich könnte die Frage nicht einmal für fünf Jahre beantworten. Vermutlich wird es sehr wenige Zeitungen auf Papier geben. Ich hoffe, dass es Online-Medien gibt, die vielfältig sind. Und die vor allem so professionell sind, dass sie sich eine gute Ausstattung leisten können, um Journalismus wie in den besten Print-Zeiten produzieren zu können. Das ist zumindest mein Wunsch.

Flurfunk: Was folgt daraus für die Politik und die politische Kommunikation?
Niggemeier: Es wird unübersichtlicher. Früher hat's für die Politiker gereicht, die FAZ, die Süddeutsche und das Handelsblatt zu abonnieren, und sie wussten, was wichtig ist, weil das alle gelesen haben. Inzwischen gibt es viel mehr Quellen und sehr unterschiedliche Publikumsgruppen. Es wird mühsamer für die Politik, sich da reinzufinden und vor allem in möglichst alle Richtungen zu kommunizieren.

Flurfunk: Ist die Krise des Journalismus eine Krise der Demokratie?
Niggemeier: Ja! Ich glaube, dass guter Journalismus eine Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie ist. Dass die Gesellschaft informiert ist und eine Plattform hat, wo sie über Probleme und Lösungen diskutiert. Es braucht guten Journalismus, sonst hat die Gesellschaft ein Problem.

Flurfunk: Vielen Dank für das Interview! 

Interview: Benjamin Kutz

Hier gibt es den Vortrag von Stefan Niggemeier bei #digidem16 als Video.

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