Facebook fördert die Demokratie, weil es Diskussionen provoziert – manchmal gehen da aber offenbar auch die Pferdchen durch. Eine für Außenstehende durchaus unterhaltsame Diskussion bei Facebook hat jetzt ein juristisches Nachspiel: Dr. Thomas Hartung, Journalist und Dozent u.a. am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden, will den Dresdner FDP-Kreisvorsitzenden Johannes Lohmeyer auf Unterlassung verklagen. So ist es nachzulesen in Hartungs neuestem Blogeintrag.

Zitat:

“Muss man sich als Publizist, der seit 28 Semestern am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden Fernsehjournalismus lehrt (von den anderen Hochschulen und journalistischen Fächern gar nicht zu reden) und dessen Studenten heute vom MDR über den RBB oder das ZDF bis hin zu n-tv arbeiten, von einem lokalen Parteifunktionär als ‘zweitklassiger Gossenjournalist’ beschimpfen – und von diversen Personen darauf ansprechen lassen?”

Rechtsbeistand bekommt Hartung, wie er selbst schreibt, vom Deutschen Journalisten Verband.

Konkret geht es um Kommentare unter einem Posting von Hartung bei Facebook. Er hatte dort einen Artikel der “Welt” (“Helmut Schmidt lästert über Politiker ohne Beruf“) verlinkt und mit dem Kommentar verbunden: “Das sollten sich gerade manche unserer sächsischen FDP-Bübchen ins Stammbuch schreiben…”. In der folgenden Diskussion mit den eigenen Facebook-”Freunden” von der FDP wurde es dann… mhm, sagen wir… etwas unsachlich (s. Bildausriss).

Ausschnitt aus der Facebook-Diskussion vom 19.4.2011

Lohmeyer, von Flurfunk Dresden (am Ende sind wir ja auch nur schmieriges, drittklassiges Blog, das sich mit Vorliebe auf solche Geschichten stürzt) auf den Blogeintrag von Hartung hingewiesen, äußert sich dazu wie folgt:

“Texte dieser länge lese ich nur, wenn sie entweder einen gewissen Erkenntnisgewinn versprechen oder zumindest einen gewissen Unterhaltungswert haben. Bei diesem Blogeintrag wurde mir nach dem Lesen der ersten drei Sätze allerdings klar, dass keines der beiden Kriterien erfüllt werden würde. Vielmehr musste ich das in letzter Zeit sehr häufig anzutreffende medizinische Phänomen wahrnehmen, dass beim Verfasser während des Schreibvorgangs offenbar die Galle die Funktion des Gehirns übernommen hat. Sich in solche Machwerke zu vertiefen, bedeutet in letzter Konsequenz eine einzige Zeitverschwendung. Der angekündigten Klage sehe ich mit der dementsprechenden Gelassenheit entgegen.”

Der Blog-Eintrag von Thomas Hartung trägt den Titel: “‘Fortschritt kommt nur durch Widerstand’ (Willi Brandt)“.

Die ursächliche Diskussion bei Facebook ist hier zu finden.

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