„IG Kraftwerk Mitte“: Film-, Medien- und Grafikfirmen wollen mit ins Kunstkraftwerk

Das alte Heizkraftwerk Mitte. Foto: Ralf Kukula

Die beschlossene Ansiedlung von Staatsoperette und dem Theater Junge Generation in das Kraftwerk Mitte (Foto: Ralf Kukula, 1992) hat Begehrlichkeiten geweckt: Heute haben 13 Dresdner Unternehmen aus der der Film-, Medien- und der Grafik- und Designbranche die Gründung der "IG Kraftwerk Mitte - Arbeit & Kultur im Kraftwerk Mitte" bekannt gegeben.

"Ziel der Interessengemeinschaft ist, dass bei den anstehenden Planungen die Ansiedlung von Firmen, deren Unternehmenszweck sich aus der Beschäftigung mit kreativen, kulturellen und medialen Inhalten speist, auf dem Gelände berücksichtigt wird", heißt es in der Mitteilung.

Die beteiligten Firmen versprechen sich von einer möglichen Ansiedlung nicht nur eine Stärkung des Standorts, sondern auch die Verbesserung der eigenen Marktposition. Man erhofft sich vor allem Synergien. Zitat aus der Pressemitteilung:

"Die Kombination eines großen öffentlichen Kulturvorhabens mit einem strukturellen Mix gewerblicher Kulturwirtschaft bietet die Chance einer Clusterbildung mit nicht zu unterschätzender Ankerwirkung für Dresden."

Bislang beteiligen sich 13 Unternehmen aus der Kreativ-Branche an der Initiative, die, sollte das Vorhaben aufgehen, nicht vor 2013/14 in die neuen Räume einziehen könnte. Die Firmen im Einzelnen sind: ad hoc, AG Kurzfilm, Balance Film, Filmkombinat, EDV-Beratung Hempel, Medien Verlags GmbH Dresden ("Dresdner"), Meinwerk, Pixable, pr-büro Dresden, Primera, Sachenwerk Grafik&Design und TBS Medien. Weitere zehn Firmen hätten starkes Interesse bekundet, heißt es weiter.

Als Sprecher der Initiative agieren Ralf Kukula von Balance Film GmbH und Jana Betscher von der Medien Verlags GmbH.

Im Folgenden dokumentieren wir die komplette Pressemitteilung der IG Kraftwerk Mitte:

Pressemitteilung Dresden, 13. Juli 2010

Interessengemeinschaft stellt die K-Frage
neue Perspektiven für das Kraftwerk Mitte durch Unternehmen der Kreativwirtschaft

Staatsoperette ja, Theater Junge Generation ja?
Staatsoperette ja, Theater Junge Generation nein?
Staatsoperette ja! Theater Junge Generation ja!

In eine seiner letzten Sitzungen vor der Sommerpause entschied der Stadtrat, die Dresdner Staatsoperette und das Theater Junge Generation auf dem Geländes des Kraftwerks Mitte anzusiedeln. Die Verwaltung der Landeshauptstadt ist beauftragt, eine entsprechende Ausschreibung vorzubereiten.

Diese Entscheidung, beiden Theatern im Kraftwerk Mitte einen neue Wirkungsstätte zu schaffen, ist der Anlass für die Gründung der "IG Kraftwerk Mitte - Arbeit & Kultur im Kraftwerk Mitte", einem Zusammenschluss mittelständischer Unternehmen der Kreativwirtschaft. Ziel der Interessengemeinschaft ist, dass bei den anstehenden Planungen die Ansiedlung von Firmen, deren Unternehmenszweck sich aus der Beschäftigung mit kreativen, kulturellen und medialen Inhalten speist, auf dem Gelände berücksichtigt wird.

Dazu Ralf Kukula: "1. Der Einzug von Operette und TJG ins Kraftwerk Mitte löst idealer Weise mehrere Probleme gleichzeitig: die der beiden baulicherseits stark sanierungsbedürftigen Kultureinrichtungen, die Nutzung einer großen Industriebrache und die Entwicklung eines innerstädtischen Problemgebietes. Diese Lösung ist aber in der Umsetzung gefährdet.
2. Als Firma suchen wir mittelfristig neue Gewerberäume. Eine Ansiedlung auf dem Gelände des Kraftwerks Mitte wäre daher lohnenswert und attraktiv, wobei sich 1. und 2. gegenseitig befördern."

Bislang haben sich dreizehn Firmen aus der Film-, Medien- und der Grafik- und Designbranche zusammengefunden, die sich durch ihre Ansiedlung auf dem Gelände des Kraftwerks Mitte nicht nur eine Belebung des Standortes vorstellen können, sondern auch eine Stärkung der eigenen Marktposition. Darunter finden sich zum Beispiel prominente Namen wie "Filmkombinat", die mit dem Spielfilm "Schulze get´s the blues" mit dem Ur-Dresdner Horst Krause in der Hauptrolle furios im internationalen Filmgeschehen in Erscheinung traten.

Derzeit macht die Kreativwirtschaft in Dresden neun Prozent der Gesamtwirtschaft aus, mit steigender Tendenz. Mit ihrem hohen Wachstums- und Beschäftigungspotential wird ihr eine Schlüsselfunktion für regionale Wirtschaftsprozesse zuerkannt. Mit einem hohen Maß an Selbstorganisation bindet sie hochqualifizierte Arbeitskräfte und wirkt demografischen Effekten entgegen.

Die Kombination eines großen öffentlichen Kulturvorhabens mit einem strukturellen Mix gewerblicher Kulturwirtschaft bietet die Chance einer Clusterbildung mit nicht zu unterschätzender Ankerwirkung für Dresden. Die langfristige Bindung von Kapazitäten und die damit verbundene Schaffung stabiler Arbeitsplätze wäre eine bislang so nicht wahrgenommene Chance zur Beförderung einer zukunftsträchtigen unternehmerischen Szene, die den anstehenden kommunalen Investitionen einen zusätzlichen Mehrwert verschaffen würde. An keinem anderen Ort in Dresden wären derartige Synergieeffekte zwischen Kunst und Kulturwirtschaft möglich.

Liste der Firmen, die ihre unternehmerische Zukunft im Kraftwerk Mitte sehen:
01. ad hoc
02. AIF
03. AG Kurzfilm
04. Balance Film
05. Filmkombinat
06. EDV-Beratung Hempel, EDV-Anwendungen & Multimedia
07. Medien Verlags GmbH Dresden
08. Meinwerk
09. Pixable
10. pr-büro Dresden
11. Primera
12. Sachenwerk Grafik&Design
13. TBS Medien

Weitere zehn Firmen haben ihr starkes Interesse bekundet, von einem Zulauf weiterer Interessenten ist auszugehen.

2 Kommentare
  • halbsolaut
    August 1, 2010

    Eine bescheidene Frage in die Runde:

    Die Forderung ist auf jedenfall sinnvoll und durch und durch berechtigt.
    Ich frage mich aber, ob es überhaupt noch Aussicht auf eine Anhörung oder gar auf Erfolg gibt...

    Und falls ja, wie eine weitergehende Strategie aussehen könnte.

    Schöne Grüße und viel Erfolg

    gigi

  • owy
    August 2, 2010

    @halbsolaut: Gute Frage. Ich habe die Sprecher der IG mal für ein Interview angefragt - das Ergebnis ist hoffentlich Ende der Woche hier zu sehen.

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