„Leipziger Volkszeitung“: Geschäftsführer Norbert Schmid abgelöst

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Die Meldung wäre uns doch fast glatt durchgegangen: Die "Leipziger Volkszeitung" ("LVZ") hat seit Jahresanfang einen Interims-Geschäftsführer. Norbert Schmid, 51, der den Job seit April 2009 innehatte, hat sein Büro Mitte Dezember geräumt. Das geht aus einer Mitteilung der Verlagsgruppe Madsack vom 17.12.2012 hervor.

Die offizielle Formulierung liest sich so:

"Norbert Schmid verlässt die Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft auf eigenen Wunsch, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Die Konzerngeschäftsführung dankt Norbert Schmid ausdrücklich für sein erfolgreiches und engagiertes Wirken."

Ein freiwilliger Abgang also? Einfach so? Und fast genau ein Jahr vor Vertragsende - also zu der Zeit, zu der eigentlich Gespräche über die Verlängerung anstehen?

Nach Flurfunk-Dresden-Informationen standen bei einer Aufsichtsrats-Sitzung der "LVZ"-Mutter Madsack am 14. Dezember auch Personalfragen auf der Tagesordnung. Und ursprünglich hätte Schmid, der im April 2009 von der WAZ-Mediengruppe nach Leipzig kam, an diesem Freitag dort aktuelle Zahlen und Pläne der LVDG (die u.a. auch die "DNN" herausgibt) präsentieren sollen. Dazu kam es nicht – so dass Schmid in Leipzig an der "LVZ"-Weihnachtsfeier teilnehmen und am späteren Abend statt Powerpoint-Folien seine Karaoke-Künste präsentieren konnte.

Dafür bekam Schmid selbst am folgenden Montag hochrangigen Besuch aus Hannover: Madsack-Vorstandschef Herbert Flecken, dessen designierter Nachfolger Thomas Düffert und Madsack-Gesamtpersonalchef Adrian Schimpf enterten am späten Vormittag die Führungsetage der LVDG. In ihrer Begleitung: Ralf Halfbrodt, Geschäftsführer des ebenfalls zu Madsack gehörenden "Göttinger Tageblatts".

Nach mehreren Gesprächen habe am Mittag festgestanden, dass Schmid seinen Posten aufgibt – und sein Büro unverzüglich räumt. Seit dem Jahreswechsel fungiert nun Ralf Halfbrodt neben seinem Job in Göttingen auch als LVDG-Chef – kommissarisch, „bis zum Antritt eines neuen Geschäftsführers“, wie es bei Madsack auch offiziell heißt. Nach Flurfunk-Informationen will die Madsack-Spitze die Suche nach einer „dauerhaften Lösung“ für die LVDG innerhalb der kommenden sechs Monate abgeschlossen haben.

Norbert Schmid kann sich bei der Suche nach „neuen Herausforderungen“ indes noch etwas Zeit lassen: Sein Vertrag läuft noch mindestens bis zum Jahresende 2013.

Über die tatsächlichen Gründe seines Ausscheidens wird auf LVZ-Fluren mit schwarzem Humor spekuliert: Möglicherweise habe Schmid den Sparkurs doch nicht konsequent genug betrieben. rad

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