LVZ-Emendörfer legt nach: Nutzer sollten einfach selbst berichten!

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Jetzt wird es skurril: Erneut hat sich Jan Emendörfer, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung (LVZ), zur Diskussion über den Bombenfund-Ticker hinter der Paywall geäußert (vgl. FLURFUNK vom 4.12.2019: "Bombenticker hinter Paywall: LVZ-Chefredakteur reagiert auf Shitstorm").

In einem neuen Text von heute (5.12.2019) mit dem Titel: "Fliegerbombe in Leipzig: Liebe Facebook-Nutzer" verweist Emendörfer darauf, dass es parallel zum Ticker

"einen Hauptartikel auf unserer Webseite mit allen wichtigen Informationen zum Bombenfund in Leipzig gegeben hat, der auch über den gesamten Zeitraum bis heute kostenfrei verfügbar war bzw. ist."

Gemeint ist dieser Text auf LVZ.de: "Blindgänger in Leipzig-Eutritzsch entschärft – die wichtigsten Infos".

Wie man mit Kritik in den sozialen Netzwerken nicht umgeht

Als Beleg dafür liefert er den Screenshot eines Facebook-Eintrags der Zeitung gleich mit (eingeleitet mit den Worten: "Da einige Kommentatoren das offenbar nicht realisiert haben, hier noch einmal ein Facebook-Post dazu").

Nachdem er auf weitere Inhalte hinter der Bezahlschranke (LVZ+) hinweist, schreibt er:

"Last but not least habe ich in Sachen Liveticker noch einen Vorschlag: Bei der nächsten großen Lage schwärmen Sie alle als Reporter aus und berichten bei Facebook, was Sache ist. So schaffen wir eine echte Win-win-Situation: Es entstehen für niemanden Kosten, weil Sie alle für den guten Zweck arbeiten. Der Content ist für alle User frei (keine Bezahlschranke!), weil ja zuvor gar keine Kosten angefallen sind. Wenn wir von fast 300 Reportern live mit Nachrichten versorgt werden, stellen wir nicht nur LVZ.de, sondern auch jedes andere Portal in den Schatten. Was meinen Sie?"

Ähm... soll das etwa witzig gemeint sein? Oder ist das ein ironischer Hinweis darauf, dass das Geld im Verlag knapp ist? Oder will er einfach nur mitteilen, dass er Facebook doof findet und nicht mag?

In jedem Fall können wir sagen: Der Mann weiß, wie man sich in den sozialen Netzwerken richtig Freunde macht. Also: nicht.

Einziges Argument: kostet Geld

Es ist ja nachvollziehbar, dass eine Redaktion mit exklusiven Inhalten Geld verdienen will. Tatsächlich aber ist die Entscheidung der LVZ in Sachen "Ticker zum Bombenfund" mindestens diskussionswürdig. Der Diskussion hätte er sich ja auch stellen können.

Denn: Erwarten Emendörfer und seine Redaktion ernsthaft, dass die Nutzerinnen und Nutzer erst auf der LVZ-Seite nach den kostenlosen Inhalten zum Bombenfund suchen? Oder bei Facebook darauf warten, dass mal wieder ein kostenloser Link vorbeikommt?

Warum gibt es überhaupt zwei Angebote, wenn in dem kostenlosen schon alle relevanten Informationen stehen?

Und, vor allem: Müsste es nicht das Ziel der Redaktion und des Verlags sein, die Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern zu Fans der Zeitung zu machen, statt Ihnen mitzuteilen, wie doof und dämlich sie eigentlich sind?

Die Kommentare auf der LVZ-Facebook-Seite jedenfalls sind ziemlich eindeutig (Screenshots von der LVZ-FB-Seite, Auswahl).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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1 Kommentar
  • HE
    Februar 26, 2020

    Kleiner Tipp:

    Die PayWall der LVZ ist kinderleicht und legal zu umgehen:

    In Chrome:
    - PayWall Artikel aufrufen
    - Mit F12 die Browsertools öffnen
    - ein markantes Wort aus dem "verschleierten" Text kopieren und mit STRG+F suchen.

    Schon kann man in der Sourcecode Datei den Artikel lesen. Klar sind damit keine Bildergalerien sichtbar, aber man hat den Text.

    Grüße und viel Spaß

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