FLURFUNK-Podcast 36: „Vorzeitiger Nachrichtenerguss“, Lokalfernsehen

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Inhalte Folge 36:

Das neue Jahr beginnt, wie das alte aufgehört hat: Eher so meh.

Das Wichtigste zuerst: All unseren Hörer*innen wünschen wir selbstverständlich ein gesundes neues Jahr! Auch wenn 2020 ähnlich begonnen hat, wie 2019 endete – mit "vorzeitigem Nachrichtenerguss", wie es der SPIEGEL-Kolumnist und Blogger Sascha Lobo nennt.

Zwei Ereignisse haben die Feiertage – zumindest in der deutschen Empörungslandschaft – geprägt. Das "Omagate", also die Reaktionen auf ein Satire-Video des WDR, und die Geschehnisse der Silvesternacht im Leipziger Stadtteil Connewitz in Zusammenhang mit der Informationspolitik der Polizei – eifrig verbreitet durch zahlreiche Medien.

Uff, kann man da nur sagen. Wir wagen eine Einordnung in aller Kürze und versuchen dem Ganzen noch etwas Positives abzugewinnen (schließlich wollen wir ja optimistischer werden – gute Vorsätze und so).

Diskussion über Lokalfernsehen

In unserer vor-vorherigen Folge haben wir einen Blick in den neuen sächsischen Koalitionsvertrag geworfen und kamen dadurch auch auf Lokalfernsehen zu sprechen.

Dabei haben wir Thesen aufgestellt, die unserem Hörer (und Verbreiter!) Uwe Tschirner, dem Redaktionsleiter von Oberlausitz TV, nicht so gut gefallen haben. Wir haben ihn deshalb zu uns ins Studio eingeladen und reden gemeinsam über das lokale Fernsehen, sein Geschäftsmodell und die Zukunft. 

Links zur Folge

Connewitz, Omagate und der "Vorzeitige Nachrichtenerguss"

Lokal-TV – Gespräch mit Uwe Tschirner

Worüber wir auch hätten sprechen können

Im FLURFUNK-Podcast beschäftigen sich Peter Stawowy und Lucas Görlach mit aktuellen Entwicklungen und Umbrüchen in der mitteldeutschen Medienwelt. Dazu sprechen sie auch mit Persönlichkeiten, Experten und Kritikern der Kommunikationsbranche.

Der FLURFUNK-Podcast ist eine gemeinsame Produktion von FLURFUNK, dem Medienblog, und EinfachTon.

2 Kommentare
  • stefanolix
    Januar 11, 2020

    Liebe Flurfunk-Redaktion,

    vielen Dank für die freundliche Erwähnung und das gute Gespräch über #Omagate. Ich möchte Eure Aufmerksamkeit auch auf den Beitrag des WDR lenken, der die Aufregung über #Omagate als einen rechten Shitstorm gerahmt hat. Er ist nur noch heute verfügbar, aber ich habe ein Transcript und kann es Euch senden.

    https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle-stunde/video-wie-ein-shitstorm-im-netz-entsteht-100.html

    Mein Kommentar dazu ist

    https://stefanolix.wordpress.com/2020/01/06/wdr-eine-datenanalyse-in-eigener-sache-dient-dem-framing-in-eigener-sache/

  • Mike Langer
    Januar 14, 2020

    Also grundlegend zeigt (durchaus etwas überspitzt betrachtet), dass auch diesem Podcast bei einem freiwilligen Abbopreis von 2,49 Euro eines fehlt, Geld für eine umfassende Recherche. ;-) Die Frage, die sich letztlich stellt ist nicht nach dem Geschäftsmodell "Lokalfernsehen" sondern vielmehr nach dem Geschäftsmodell "Lokaljournalismus". Diese Gattung hat von Zeitungsverlagsseite in den letzten Jahren einen Aderlass ohne Gleichen erfahren. Und dies bei massiver staatlicher Untersützung in den letzten Jahren (verminderter Mehrwertsteuersatz, Subventionen beim Bau von Druckhäusern, Übergangsregelungen mit Ausnahmen vom Mindestlohn für Zeitungszusteller, staatliche Anzeigenaufträge). Aktuell soll ein staatliches Paket von 40 Millionen die Zustellung von (privaten) Zeitungen ermöglichen. D.h. stellt man das Geschäftsmodell in Frage, so käme es vor allem im ländlichen Raum nach den fehlenden Ärzten, dem fehlenden ÖPNV, dem fehlenden Internet in der Konsequenz zur fehlenden lokalen Information. Hinsichtlich der Relevanz (als Thüringer TV-Betreiber kann ich allerdings nur von Thüringer Studien sprechen), zeigen Studien der Landesmedienanstalt, des Landes Thüringen oder privatwirtschaftliche Studien von Lotto Thüringen oder Möbel Höffner (übrigens letztere mit Schwerpunkt in Sachsen) einen starken Einfluss auf die Meinungsbildung in den Regionen. Die Universität Erfurt kam in einer studentischen Studie sogar zu dem Schluss, dass, regional unterschiedlich, lokales Fernsehen eine höhere Relevanz hat als Radio oder Zeitung. Ersteres lag daran, dass es (in Thüringen) kaum einen Radiosender mit lokalen Nachrichten gibt und Letzteres am zeitlichen Vorsprung des Fernsehens. Letztlich, und dies zeigt vor allem die Studie von Prof. Cole und Ukrow (finanziert von der Thüringer Staatskanzlei und der TLM), dass die lokale Information ein verfassungsrechtlicher Auftrag der Politik ist. D.h. im Umkehrschluss lokale TV-Sender betteln nicht um staatliche Unterstützung sondern um die Finanzierung einer verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Aufgabe der Politik. Dabei betrifft dies nicht nur lokalen Journalismus von TV-Sendern sondern auch lokalen Journalismus in Printmedien.
    Übrigens finde ich die pauschale Einschätzung der schwachen Journalistischen Qualität der Beiträge etwas unfair, was ich allerdings tatsächlich einer gewissen Unwissenheit zuschiebe. Den bislang besten Beitrag über eine Thügida-Demo habe ich vom Südthüringer Regionalfernsehen gesehen, bei welchem sich eine junge Redakteurin ganz allein mit Kamera und Mikrofon in die Demo wagt. Im Bild ist das MDR-Dreierteam mit Sicherheitsleuten kurz zu sehen. ;-) Letztlich bestimmt sich doch die Frage der Relevanz eines Themas im lokalen Raum. Ich gebe zu, dass z.B. unsere Berichterstattung über das Thema des Baus eines Brunnens auf dem Altenburger Markt, aus Dresdner sicher journalistisch überdenkenswert sein könnte. In Altenburg streiten sich bei diesem Thema seit rund 10 Jahren die Gemüter und unsere Beiträge dazu auf unseren Social Media Kanälen erfahren traumhafte Reichweiten und hitzige Diskussionen in den Kommentaren. Der "Qualitätsjournalismus" im bundesweiten Fernsehen hat es geschafft, die O-Ton Länge im Durchschnitt auf 13 Sekunden zu drücken. Ja, zugegeben, das macht einen Beitrag sehr dynamisch. Wie aber soll man in 13 Sekunden Themen wie die Auswirkung der Globalisierung im ländlichen Raum, die Flüchtlingsunterbringung oder irgendeinen politisch bedeutsamen Zusammenhang erklären.
    Besonders witzig finde ich es, wenn man Blogs, Radiosender etc. als Beispiel dafür anführt, dass man ohne staatliche Unterstützung ein Programm machen könnte. Komisch nur, dass ich bei keiner Pressekonferenz, keiner Kreistags- oder Stadtratssitzung je einen Blogger oder Radioredakteur gesehen habe. Natürlich, wenn ich keinen Lokaljournalismus machen, dann kostet er mich auch kein Geld. Übrigens, die Einzigen, die sich an so etwas immer mal versucht haben, waren in Zeiten des Wahlkampfes eher aus dem rechten Raum. Will man das? Übrigens gibt es immer ein Vorzeigeprojekt: das Schweizer Modell. Hier erhalten alle Rundfunkanbieter (egal ob Fernsehen, Internet oder Radio) für die Erfüllung der lokalen Aufgabe staatliche Finanzierung.
    Letztlich implodiert in Zeiten der Filial-Konzerte und des Versandhandels die lokalen Werbemärkte. Man merkt erst jetzt, dass der lokale Werbetreibende und das, dem Untergang geweihte, Abo-Modell, den Lokaljournalismus finanziert haben. Es steht also nur die Frage, verzichtet man auf die lokale Nachricht oder findet man ein neues Modell für eine von den Verfassungen (Europa, Bund, Länder) vergeschriebene Aufgabe der Politik.

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