Inhalte-Förderung: Über 800.000 Euro für Sachsen-Fernsehen-Gruppe

Welches Projekt hat wie viel Geld bekommen? Und was genau steckt hinter den einzelnen Projekten?

Ende Juli 2023 hat die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) die Projekte bekannt gegeben, die 2023 mit Geldern aus der Inhalte-Förderung bedacht werden (vgl. FLURFUNK vom 28.7.2023: "Inhalte-Förderung: SLM gibt geförderte Projekte bekannt").

Inzwischen ist die Einspruchsfrist gegen die Fördermittel-Bescheide abgelaufen, sie sind also rechtsgültig. Nun hat uns die SLM auch die Frage beantwortet, welches Projekt mit wie viel Geld bedacht wurde. Und man ist auch unserer Bitte nachgekommen und hat die einzelnen Projekte mit kurzen Beschreibungen versehen.

Wichtig: Die Tabelle (s. Link am Ende des Beitrags) enthält nur die Fördermittel für das Jahr 2023. Die Förderbescheide für 2024 können erst ausgestellt werden, wenn der Freistaat Sachsen die Mittel freigegeben hat (ein formaler Vorgang).

Außerdem heißt esam Ende der Tabelle von Seiten der SLM zur Einordnung:

"Ferner stellen die Summen Höchstbeträge dar. Die tatsächlich geleistete Fördersumme kann erst nach Abrechnung der Mittel durch die Empfänger nach entsprechender Beleg-Kontrolle und Prüfung der konkret realisierten Projekte folgen."

Kommerzielles Fernsehen

Der SLM-Medienrat hat insgesamt neun Anträge zur Förderung von kommerziellen Fernsehen bewilligt (eingereicht worden waren elf Anträge). Sechs von neun bewilligten Förderungen gehen an die Sachsen-Fernsehen-Gruppe.

Nur in den Kulturräumen Mittelsachsen-Erzgebirge, im Leipziger Raum und Oberlausitz – Niederschlesien kommen andere Anbieter zum Zuge (Nachtrag 14.07 Uhr: Zur Einordnung bitte auch diesen Hinweis in unseren Kommentaren berücksichtigen).

Gefördert werden die Projekte mit jeweils 100.000 bis 125.000 Euro pro Jahr. Insgesamt hat der Medienrat damit 1.085.000 Euro bewilligt.

Hinweis: Wer sich mit den Kosten von Fernsehproduktionen auskennt, weiß: Das ist im Grunde nicht besonders viel, um Programm zu produzieren und vor allem das notwendige Personal zu finanzieren.

Kommerzieller Hörfunk

Im Bereich kommerzieller Hörfunk sind elf Projekte zum Zuge gekommen (zwölf waren eingereicht worden). Größter Mittelempfänger ist hier die SecondRadio UG mit zwei Projekten, gefolgt von der BEBE Medien aus Leipzig (u.a. detektor.fm).

Auch die Sachsen-Fernsehen-Gruppe ist hier mit vier kleineren Projekten vertreten.

Was auffällt: Die Radio-Anbieter Regiocast und die BCS Broadcast Sachsen sind nicht in der Liste zu finden.

Was ebenfalls auffällt: Gefördert werden eher konventionelle Ideen, sehr dicht an Podcast-Formaten oder Reportage-Reihen, wie sie theoretisch auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stattfinden könnten.

Insgesamt wird dieses Segment mit rund 166.000 Euro bedacht.

Nichtkommerzieller Hörfunk

Im NKL-Bereich kommen sechs Veranstalter zum Zuge - darunter auch Radio WSW. Die ebenfalls zur Sachsen-Fernseh-Gruppe gehörende Radio-Station hatte erst kurz vor Antragsabgabe die Umwandlung der Lizenz von "kommerziell" auf "nicht-kommerziell" auf den Weg gebracht (FLURFUNK vom 26.6.2023: "Erdbeben im sächsischen Radiomarkt: WSW will nicht-kommerziell werden").

Damit hat die Sachsen-Fernseh-Gruppe die NKL-Szene ordentlich gegen sich aufgebracht (vgl. FLURFUNK vom 1.8.2023: "Bundesverband der Freien Radios kritisiert SLM-Medienrat").

Rund 287.000 Euro fließen von den Fördermitteln in diesen Bereich.

Bei den NKL auch wichtig zu wissen: Es gibt offenbar von einem der Anbieter einen Einspruch zum Bescheid hinsichtlich eines Einzelprojektes, so dass die Gesamtsumme nicht ganz vollständig sein dürfte.

Innovative Projekte

Aus unserer Sicht die spannendste Förder-Gruppe:

Insgesamt acht Projekte sind hier zum Zuge gekommen und erhalten im Jahr 2023 ingesamt gut 350.000 Euro. 18 Anträge waren eingegangen.

Größter Mittelempfänger: Die Publizer GmbH aus Dresden erhält über 90.000 Euro, um das Angebot Diesachsen.de mehrsprachig zu machen und "bestehende regionale/lokale Blogs und Bürgerreporterinnen und Bürgerreporter" zu integrieren.

Ebenfalls knapp über 90.000 Euro stehen der BEBE Medien zur Verfügung, um die Mastodon-Instanz @sachsen.social aufzubauen, die es, so die Auskunft der SLM

"sächsischen Medienanbieterinnen und Medienanbieter ermöglichen soll, unabhängig von amerikanischen und chinesischen Tech-Konzernen Inhalte und Nachrichten zu verbreiten und mit Nutzerinnen und Nutzer in Kontakt zu treten."

Die Leipziger Volkszeitung bekommt über 30.000 Euro, um für Schkeuditz einen wöchentlichen Newsletter zu etablieren, der von Nachwuchsjournalisten gefüllt wird.

Und die Leipziger Zeitung, der erst vor kurzem ihre Print-Ausgabe eingestellt hat, lässt sich die Erstellung der regerlmäßigen Videoformate "LZ Update" (täglich) und "LZ-Woche" finanzieren – mir knapp über 82.000 Euro.

Über 800.000 Euro für Sachsen-Fernsehen-Gruppe

Größter Profiteur der Inhalte-Förderung ist wie erwartet die Sachsen-Fernsehen-Gruppe: Über 800.000 Euro aus dem Fördertopf von rund 2 Mio. Euro gehen an die Lokalfernsehen-Gruppe.

Insgesamt fließen im Jahr 2023, sofern alle Mittel abgerufen werden, rund 1,9 Mio. Euro in die sächsische Medienlandschaft.

Im Gesetz zur Förderung (Artikel 16) heißt es:

"Mit der Förderung lokaljournalistischer Angebote nach § 28 Absatz 1 Satz 2 Nummer 20 soll ein möglichst flächendeckendes, vielfältiges und qualitätsvolles Nachrichten- und Informationsangebot mit engem Bezug zum lokalen und regionalen Geschehen im Freistaat Sachsen unterstützt werden."

Und:

"Gefördert werden sollen neben bestehenden lokaljournalistischen Angeboten auch innovative Projekte zur Entwicklung nachhaltiger Geschäfts- und Kooperationsmodelle sowie neuer journalistischer Produktionsformen und digitaler Formate unabhängig von der Rechtsform sowie plattformunabhängig, soweit nicht durch die Landesanstalt selbst die Förderung erfolgt."

Außerdem wird die SLM dort verpflichtet, die Auswirkungen der Fördermaßnahme zu evaluieren – die Ergebnisse müssen zwei Jahre nach dem erstmaligen Erhalt der Haushaltsmittel veröffentlicht werden.

Die vollständige Tabelle finden Sie hier.

"Hinweis: Abonnenten unseres Telegram-Kanals haben diese Meldung zuerst erhalten: t.me/flurfunkdd.

"

15 Kommentare
  • Jan Kaufhold
    August 23, 2023

    "Nur in den Kulturräumen Mittelsachsen-Erzgebirge, im Leipziger Raum und Oberlausitz – Niederschlesien kommen andere Anbieter zum Zuge." > ist wieder eine falsche Einordnung, Peter. Auch in anderen Regionen kommen andere Anbieter zum Zuge. Unsere festen Kooperationspartner sind dabei Meißen TV, Riesa TV, Coswig TV, Pirna TV, FRM TV und Westsachsen TV, die ebenso wie unsere Sendergruppe von dieser Förderung „profitieren“.   Alle diese Sender, hätten selbst Förderanträge stellen können, haben darauf aber bewusst verzichtet, nach einer Abwägung von Aufwand und Nutzen. Für die Lokal-TV Förderung gab es in Sachsen insgesamt 9 verschiedene regionale Lose, in sechs Losen haben Sender unserer Sendergruppe (zusammen mit den jeweiligen Kooperationssendern) den Zuschlag erhalten. In fünf von sechs dieser Fälle war gar keine Auswahlentscheidung der SLM nötig, wir waren schlicht die einzigen Bewerber. Bitte richtig recherchieren und keine falschen Einordnungen in die Öffentlichkeit stellen.

  • E.
    August 23, 2023

    Das zeigt wirdermal wie dringend nötig Haring das hat, sein Radio Weißwasser zum NKL zu machen.

    Wir machen Radio ohne große Finanzen. Sollte er auch mal probieren anstatt uns das letzte Geld wegzunehmen. Wenn wir 800.000€ Forderung bekommen würden, hätten wir für 5 Jahre ausgesorgt.

  • Frank Haring
    August 23, 2023

    Was machst Du, was machen Deine Mitstreiter eigentlich beruflich? Bringt doch euer selbst verdientes Geld mit zu eurem freien Radiosender, dann dürften eure finanziellen Sorgen schnell geklärt sein. Ihr seid doch angeblich so viele die da mitmachen. Es verbietet Dir und Deinen Mitstreitern doch keiner privat in Größenordnungen Geld an den Verein zu spenden. Geht doch mal mit gutem Beispiel voran anstatt immer nur von anderen Altruismus zu fordern. Und keine Sorge wir tun das schon lange und tun es auch weiter..

    MfG
    Haring

  • Robert S.
    August 23, 2023

    Es ist und bleibt ein Skandal, wie Haring versucht die etablierten Community Radios zu zerstören. Seine Programme sind substanzlos. Leben auf öffentlichen Geldern, sponsored by CDU. Ein einmaliger Vorgang in der Welt der Medienanstalten.

  • owy
    August 23, 2023

    Hallo Jan, danke für den Hinweis - ich habe Deinen Kommentar oben im Beitrag verlinkt!

  • Andi
    August 23, 2023

    Ich denke auch, die SLM sollte den freien Radios auch 800000€ geben und dann mal vergleichen lassen, wer tatsächlich wie viel Content mit diesem Geld produziert hat. Also was für Informationen, die nicht nur aus Pressemitteilungen oder den Lokalzeitungen abgeschrieben sind, mit welcher thematischen Breite und was für inhaltlichem Tiefgang, mit wie diversen Reportern und wie vielen (oder eher wenigen) Wiederholungen am Tag? Wo erfährt man mehr, als was nicht eh auch in der gängigen Lokalzeitung steht? Wo hört man Musik abseits der Charts, vielleicht sogar aus Sachsen? Das sollten doch Kriterien für lokaljournalistische Vielfalt sein!

    Herr Harings Kommentar bezüglich des hauptberuflich verdienten Geldes ehrenamtlicher Redakteure zeigt einmal mehr, seine menschenverachtende Haltung und dass er eben keinerlei Verständnis für Community Medien hat. Dort geht es doch darum, auch armen Menschen zu zeigen, wie Journalismus geht. Wer hart in schlecht bezahlten Jobs wie zum Beispiel der Pflege oder dem Lebensmittelgewerbe arbeitet, oder studiert, oder Rentern ist, oder wegen einer Behinderung oder Erkrankung vom ersten Arbeitsmarkt ausgeschlossen ist, oder Arzt aber Migrant und deshalb Taxifahrer ist, der kann eben kein "Kapital" mitbringen. Genau darum sollen ja nur als gemeinnützig anerkannte Vereine ohne dicke Kapitalgeber im Hintergrund solche Förderungen erhalten.

  • Frank Haring
    August 24, 2023

    Ärgerlich übrigens, dass Du hier dermaßen Kampagne fährst. Wir produzieren mit den Mitteln rund 1.250 verschiedene regionale Nachrichtmagazine pro Jahr, pro Sendung haben wir netto ca. 500 Euro zur Verfügung. 800 Tsd. Euro (725 Tsd. davon fürs TV) sind viel, entsprechen aber ungefähr dem Budget, was der MDR an einem einzigen Tag verbraucht. Bzw. reicht es dort nur bis zur Mittagspause, dann wäre dort dann Schicht im Schacht. Beschäftige Dich doch mal damit, was die Kollegen mit ihren 787 Mio. Euro im Jahr so anstellen. Ach ne geht ja nicht, für den MDR arbeitest Du ja gelegentlich oder willst es sicher mal wieder tun....

    https://www.mdr.de/unternehmen/informationen/finanzen/mdr-aufwaende-und-ertraege-zweitausendzwanzig-100.html#:~:text=Im%20Jahr%202021%20beliefen%20sich,Millionen%20Euro%20auf%20Rundfunkbeitr%C3%A4ge%20entfielen.

  • Frank Haring
    August 24, 2023

    Ich kenne übrigens noch einen gewissen Herrn Stawowy (Autor dieses Artikels) der 800 Tsd Euro sächsisches Steuergeld (!!!, nur skandalös mit 3 Ausrufezeichen) bekommen hat.

    Sehr wahrscheinlich gab es das Geld vom Freistaat für deutlich weniger Aufwand und Arbeit.

    https://m.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/fuer-flyer-newsletter-pr-konzepte-freistaat-zahlte-800-000-euro-an-nur-eine-pr-a-59263514.bildMobile.html?t_ref=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

  • Marie
    August 26, 2023

    4 von 7 Kommentaren stammen von Sachsen Fernsehen. 3 davon vom sogenannten Geschäftsführer. Getroffene Hunde bellen ! Und in seinen Kommentaren zeigt der GF sein Niveau (es wird irgendwas hervorgeholt was uralt ist) ,statt ein ordentliches Statement abzugeben keift er nur rum. Armutszeugnis für einen Geschäftsführer. Aber das spiegelt ja auch das Produkt Sachsen Fernsehen wieder (Billigst Produzierte Werbesender ohne Mehrwert - Das hat schon lange nichts mehr mit Lokal TV zu tun.)

  • Florian G.
    August 26, 2023

    5 Jahre alte Kamellen die nicht mal das selbe bedeuten rauskramen, ganz stark Haring.
    Whataboutism weil die Argumente ausgehen?

    Wo ist die Zugangsoffenheit bei WSW? Wie kann man niedrigschwellig mitmachen? Wo ist das bitteschön ein NKL? Was ist das für Musik, die da läuft? Das schlechteste von MDR JUMP und Energy Sachsen in einer Playlist, das soll NKL sein? Wo ist die regionale Musik? Fragen über Fragen - berechtigte Fragen.

    Alleine dass diese Umstellung in einer laufenden Periode durchgeführt wurde, wo bereits alle mit den Geldern kalkuliert und geplant haben ist mehr als ein Skandal. Die CDU als Strippenzieherin möchte hier einfach nur politisch unliebsame Inhalte tot machen! Freistaatsfunk könnte man's auch nennen.

  • Markus
    August 26, 2023

    Meine lieben Radiofreunde und Konkurrenten,

    ich hoffe, ihr genießt alle eure kleinen Lokalsenderabenteuer in vollen Zügen. Ich meine, wer könnte nicht von der unwiderstehlichen Welt der lokalisierten Musik und der wundervollen Moderatoren-Stimmen fasziniert sein? Aber natürlich, bei all dem musikalischen Reichtum und den charmanten Worten, muss es da draußen auch einige geben, die sich von all dem überwältigt fühlen. Ja, ich spreche von euch, Radio Zett. Ihr mögt vielleicht eure musikalische Auswahl und eure lebendige Moderation haben, aber lasst uns die Fakten nicht aus den Augen verlieren.

    Liebes Radio Zett, ich muss sagen, euer Sendegebiet ist so ein süßer Fleck, der sich einfach zu sehr mit meinem eigenen Spielplatz überschneidet. Aber keine Sorge, das ist sicherlich nur ein kleines Detail. Und ja, ich muss gestehen, eure Cloudsoftware ist wahrlich innovativ. Ein echter Durchbruch in der Radiowelt. Dennis Wunderlich von SpectralWave Systems hat mir höchstpersönlich erzählt, wie er euch diese Wunderwaffe vorgestellt hat. Ganz ehrlich, ich bin beeindruckt, so wie man von einem magischen Einhorn beeindruckt sein würde.

    Aber wisst ihr, Radio Zett, Innovation ist nicht alles. Es ist sozusagen wie das i-Tüpfelchen auf dem Kuchen. Und was für einen wundervollen Kuchen ihr habt. Ich meine, eine live-moderierte Strecke? Das ist fast so beeindruckend wie ein Radio, das tatsächlich sendet. Fast. Denn lasst uns realistisch bleiben, ihr wisst schon, dass man Radio auch irgendwie hören können muss, oder?

    Aber wisst ihr was? Ich habe eine geniale Idee. Statt euch weiterhin mit diesem kleinen, anstrengenden Sendebetrieb herumzuschlagen, wie wäre es, wenn ihr bei radio WSW Karriere machen würdet? Ihr könntet eure musikalische Auswahl, eure Moderatoren und eure super-fancy Cloudsoftware mit uns teilen. Das wäre wie ein Hochzeitsgeschenk für die Radio-Welt.

    Also, liebe Freunde von Radio Zett, vielleicht ist es an der Zeit, eure Sendefrequenzen zu überdenken. Schließlich gibt es auch andere wunderbare Wege, eure Leidenschaft für das Radio auszuleben. Und wer weiß, vielleicht könntet ihr sogar die Ehre haben, von mir persönlich zu lernen, wie man den Radiowellen so richtig Leben einhaucht.

    Mit einem herzlichen Lachen,
    Markus Trosits

  • Jan Kaufhold
    August 27, 2023

    @ Florian G.: Es wäre ehrlich, wenn du mit vollem Namen agieren würdest. Komm, mach mit bei uns und schreib mir eine Mail mitmachen@radio-wsw.de. Mehr Infos gibts hier: https://www.radio-wsw.de/mitmachen/
    Ich lade dich ein, die Niedrigschwelligkeit zu präsentieren. Einzige Voraussetzung: Es klingt einigermaßen. NKL ist kein Amateurfunk. Wir hantieren hier mit öffentlichen Geldern und haben den Anspruch, dass uns Menschen hören (wollen). Wir treten mit unserem Angebot nicht an, Menschen aktiv wegzusenden. Daher achten wir darauf, wer bei uns OnAir will und wählen aus, wer OnAir darf. Wer diesen Anspruch nicht hat und ich kenne Aussagen von aktiven Mitgliedern „freier Radios“ denen es egal ob jmd zuhört oder nicht, sollte nicht mit öffentlichen Geldern um sich schleudern, sondern Radio im stillen Kämmerlein machen. Hörern ist es nach meiner Auffassung eher egal, ob sie ein NKL, privates Angebot oder einen ÖR-Sender hören, Hauptsache es ist akustische und inhaltliche Qualität.

    Zur Musik: Siehe oben. Wir bieten einen Tagesbegleiter, der vor allem Hörer über Musik anspricht. Sollte es hörbare lokale Musik(er) geben, die in einer Rotation besteht - her damit. Sonst planen wir selbstverständlich zusätzlich musikjournalistische Sonderformate. Purple Disco Machine AUS DRESDEN zum Beispiel ist fester Bestandteil unserer Rota.

    Also, ich freue mich von dir zu hören und auf einen Austausch mit dir. Es würde mich sehr freuen, wenn ihr anfangt MIT uns, anstatt ÜBER uns zu sprechen ;)

    Mit freundlichen Grüßen
    Jan Kaufhold

  • Flora
    September 4, 2023

    "Damit hat die Sachsen-Fernseh-Gruppe die NKL-Szene ordentlich gegen sich aufgebracht" (vgl. FLURFUNK vom 1.8.2023: "Bundesverband der Freien Radios kritisiert SLM-Medienrat").

    ... Nee, das Problem ist die SLM, nicht Herr Haring und Sachsen Fernsehen. Habe ich auch so von den freien Radios gehört. Kann mensch doch Radio Weißwasser nicht vorwerfen, in die Keksdose zu greifen, die Ihnen gereicht wird...

    Jenseits davon wirkt die arrogante Art und Weise, wie (angebliche? ) Radio WSW Beteiligte hier die Hosen runterlassen auf mich ziemlich abstoßend...

  • Dirk
    Januar 23, 2024

    Es sollte überhaupt keine Steuermittel für Medienschaffende geben. Ich finde das unglaublich!

  • Mike
    Januar 24, 2024

    Radio Zett sendet seit Beginn 2021 ein Programm, das sich kaum von dem der kommerziellen Privatradios unterscheidet. Es besteht hauptsächlich aus chartlastiger Popmusik, die wenig Bezug zur lokalen und regionalen Realität hat. Der Anteil von Wort- und Eigenproduktionen ist verschwindend gering, wie man unter https://stream.radio-zett.org/public/radio_zett/history?theme=light und https://onlineradiobox.com/de/zett/ einsehen kann. Auch die Aktualität des Programms scheint egal zu sein: https://stream.radio-zett.org/public/radio_zett/schedule/embed?theme=light

    Dies steht in krassem Widerspruch zu der Charta des Bundesverbandes Freier Radios, die Radio Zett als Mitglied anerkannt und unterschrieben hat. Dort heißt es unter anderem:

    "Freie Radios betreiben informativen und kritischen Rundfunk. Sie stellen emanzipatorische Sichtweisen auf Gesellschaft, Kultur, Musik und Politik in den Vordergrund. Freie Radios reflektieren gesellschaftliche Strukturen und mischen sich ein. Freie Radios sind Programmradios und zielen nicht auf marktorientierte Reichweiten ab."

    Ich frage mich, wie Radio Zett diese Charta ernst nehmen kann, wenn es sich so weit von diesen Zielen entfernt hat. Ich frage mich auch, wie der Bundesverband Freier Radios diese Entwicklung tolerieren und weiterhin Radio Zett als ein Freies Radio anerkennen und fördern kann. Ich halte dies für eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit und die Zukunft der Freien Radios in Deutschland, die sich immer wieder für ihre Existenz und ihre Relevanz einsetzen müssen.

    Zudem möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass Radio Zett hauptsächlich aus der Übernahme von anderen Freien Radios besteht, die ebenfalls Mitglieder im BFR sind. So wird z.B. das Morgenmagazin von Corax aus Halle oder diverse Podcasts, die überhaupt keinen Bezug zur Gegenöffentlichkeit haben, sondern auch nur Mainstream-Musik unter dem Deckmantel der Comedy spielen, einfach übernommen. Damit ist Radio Zett eine noch lieblosere Abspielstation als das Rundfunk-Kombinat Sachsen, das zumindest noch einen regionalen Bezug hat. Es nimmt Radio Blau, Radio T und coloRadio damit nur sinnlos Geld weg, das besser in die Qualität und die Vielfalt der Freien Radios investiert werden könnte. Inzwischen hört man auch keinen Unterschied mehr zwischen Radio Zett und dem von ihnen so verhassten radio WSW, das Sie immer als Beispiel für die Kommerzialisierung und die Gleichschaltung des Radios anführen. Ich finde das sehr widersprüchlich und enttäuschend.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.