„Sächsische Zeitung“ und Mopo24 planen Kooperation mit Dresden Fernsehen

Mopo24 hat es vorgemacht: Seit kurzem hat auch die "Sächsische Zeitung" ein eigenes Videoteam, das Bewegtbild-Beiträge zu aktuellen Themen produziert. Das Team befinde sich noch im Aufbau, heißt es von Verlagsseite, ist aber schon seit Jahresende 2015 aktiv.

Die journalistisch produzierten Beiträge werden auf SZ-Online eingebunden und sind im Youtube-Kanal saechsischezeitung zu sehen.

Themen sind etwa eine Umfrage zur BRN ("Was Neustädter zu den BRN-Plänen der Stadt Dresden sagen"), ein Bericht über den 13. Februar in Dresden ("So verlief der 13. Februar 2016 in Dresden") oder eine Beitrag über den Brand in einem veganen Supermarkt ("Brand in veganem Supermarkt gelegt").

 

Zieht Dresden Fernsehen ins Haus der Presse?

Nach Flurfunk-Informationen gibt es außerdem intensive Verhandlungen darüber, ob Dresden Fernsehen künftig ins Haus der Presse (Sitz von "Sächsischer Zeitung" und "Morgenpost") zieht. Ziel sei es, Synergien zwischen den drei Partnern Mopo24, SZ-Video-Abteilung und Dresden Fernsehen zu nutzen, etwa durch die gegenseitige Abnahme von Beiträgen oder sogar die Nutzung eines gemeinsamen Studios.

Bislang gebe es aber "ausschließlich 'Planspiele' auf dem Papier", heißt es in einem entsprechenden Intranet-Eintrag der DDV-Mediengruppe. Mit dem Beitrag soll den Mitarbeitern offenbar erklärt werden, warum in jüngster Zeit vermehrt Mitarbeiter von Dresden Fernsehen an der Ostra-Allee gesehen werden.

Dresden Fernsehen würde dann dem Modell in Leipzig folgen, wo das Lokalfernsehen bereits in den Räumlichkeiten der großen Abonnentenzeitung vor Ort, der "Leipziger Volkszeitung", residiert (vgl. Flurfunk vom 19.6.2015: "Umbau bei LVZ.de: Holger Herzberg weg, Leipzig Fernsehen zieht ins Haus").

Frank Haring, Geschäftsführer von Dresden Fernsehen, bestätigt die Verhandlungen gegenüber Flurfunk. Anders als in Leipzig sei die Kooperation in Dresden "keine wirtschaftliche Pflicht, sondern eher die Kür." Insofern könne es noch ein bisschen dauern, so Haring: "Ich bin aber guter Dinge." Irgendeine Art von Kooperation werde es am Ende schon geben.

 

Mopo24-Video-Pläne benötigen Lizenz

Das Unterfangen ist medienpolitisch durchaus pikant: Sollte mit Dresden Fernsehen auch der größte Lokal-TV-Sender Sachsens bei der großen Lokalzeitung vor Ort "unterschlüpfen", konterkariert das faktisch kwo online casino real money die Bemühungen der Sächsischen Landesanstalt für neue Medien und privaten Rundfunk (SLM), den Lokalfernsehsendern mittels staatlicher Förderung die Unabhängigkeit zu erhalten (vgl. Flurfunk vom 23.2.2015: "SLM-Fördersatzung macht Lokalfernsehen zu Grundversorgung").

Spannend auch: Mopo24 steht vor dem Problem, mit seinen umfangreichen Video-Planungen eine Lizenz der SLM zu benötigen. Zwar stellt das von Mopo24 angebotene Videoformat #Tag24 (vgl. Flurfunk vom 20.11.2015: "#Tag24: Mopo24 probiert neues Video-Format") in der jetzigen Form als Abrufdienst aus juristischer Sicht keinen Rundfunk dar - die Planungen sahen allerdings vor, das Video-Angebot als Live-Stream anzubieten. Einen entsprechenden Antrag auf Zulassung hatte die zuständige SLM bereits im Herbst 2015 abgelehnt (vgl. Funkturm Nr. 2) - dafür müsste erst das Gesetz geändert werden.

Grund für die Ablehnung durch die SLM: In § 8 Absatz 2 des Sächsischen Privatrundfunkgesetzes ("Vermeidung vorherrschender Meinungsmacht") ist geregelt, dass

"lokale oder regionale Programme oder Fensterprogramme (...) grundsätzlich nicht zu mehr als einem Drittel von einem Unternehmen gestaltet oder zugeliefert werden (sollen), das für das Sendegebiet bestimmte periodisch erscheinende Druckwerke mit einem Anteil von mehr als 20 vom Hundert der Gesamtauflage aller für diesen Bereich bestimmten periodisch erscheinenden Druckwerke verlegt."

Die "Morgenpost Sachsen" liegt deutlich über dieser Grenze. Gleicher Paragraph sorgt übrigens auch dafür, dass das Gerücht, die DDV-Mediengruppe wolle Dresden Fernsehen übernehmen oder dort im nennenswerten Umfang einsteigen, Nonsens ist.

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