Lesehinweis: „ZEIT im Osten“ zum Fall Haferkamp

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Lesehinweis: Die "ZEIT im Osten" hat in ihrer aktuellen Ausgabe (27.9.2012) das Thema Plagiat am Beispiel von Nina Haferkamp aufgegriffen. Haferkamp hatte ihre Junior-Professur am Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) der TU Dresden kürzlich aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Zuvor waren Plagiatsvorwürfe gegen sie erhoben worden (Flurfunk Dresden berichtete: "Juniorprofessorin Nina Haferkamp verlässt IfK" und "Lesehinweise: Berichterstattung zur Causa Haferkamp").

Für die heute erschienen Seiten der "ZEIT"-Regionalseiten hat Autor Martin Machowecz gründlich die Geschichte um die Doktor-Arbeit von Nina Haferkamp und die Stiftungsprofessur am IfK recherchiert und u.a. auch mit Plagiatsjäger Stefan Weber gesprochen. Der hatte die Plagiatsvorwürfe in seinem Blog veröffentlicht. Alleine die Informationen über die Arbeits- und Denkweise von Weber und über die Hintergründe seiner Person und seiner Arbeit machen die "ZEIT"-Geschichte schon sehr lesenswert.

Aber sie birgt auch weitergehende Informationen, die so noch nicht öffentlich bekannt gewesen sein dürften. Etwa diese hier:

"Aber wer gab Weber den Auftrag für den Scan der Haferkamp-Arbeit? Niemand, sagt da Stefan Weber. Die scannte er aus privater Lust. Oder auch aus privatem Frust? Und da wird es delikat. Die Geschichte, die ihn dazu brachte, begann mit einer Männerfreundschaft. Der Freund, der sich heute nicht mehr Freund nennen will, ist der Dresdner Medienunternehmer Christoph Deutsch."

Wer es nicht weiß: Deutsch ist mit seinem Unternehmen SDV - Die Medien AG der Stifter der Professur. Oha.

Am Ende kommt Machowecz in seiner "ZEIT"-Geschichte zu diesem Schluss:

"Es ist eine Geschichte ohne Gewinner."

Wie wahr.

Der "ZEIT"-Text trägt den Titel: "Und weg war sie" (Nachtrag: Der Text ist inzwischen online zu finden!). Die "ZEIT"-Ausgabe mit den Regionalseiten "ZEIT im Osten" ist an einschlägig bekannten Verkaufsstellen in Ostdeutschland erhältlich. Oder via iPad-App zu lesen.

6 Kommentare
  • stefanolix
    September 27, 2012

    Was mich stutzig macht, ist folgende Anmerkung aus der ZEIT:

    Tatsächlich wirkt diese Dissertation selbst für Laien in weiten Teilen banal. Und Rechtschreibfehler ziehen sich durchs Werk; schon der erste Satz der Druckausgabe enthält den ersten Lapsus.

    Hat in Dresden überhaupt jemand die Dissertation gelesen? Was ist so ein Berufungsverfahren wert, wenn die Berufungskommission die wichtigste Arbeit der Kandidatin (anscheinend) gar nicht bewertet hat?

  • steve
    September 27, 2012

    interessanter text. die hintergruende... die vermutungen.

    lustig finde ich, das weber so ein bisschen zu einer lokalen krawall-prominenz kommt. erst klagen, wegen zu viel openair, brn, elbhangfest etc. und dann die nummer.

  • owy
    September 27, 2012

    @Martin Danke für den Hinweis, habe den Text jetzt im Beitrag verlinkt.

  • stefanolix
    September 27, 2013

    Das war vor einem Jahr. Was ist eigentlich aus der Professorin und ihrer Dissertation geworden?

  • owy
    September 29, 2013

    @stefanolix Der "aktuellste" Stand:

    http://www.flurfunk-dresden.de/2013/03/16/nina-haferkamp-untersuchungskommission-der-uni-duisburg-essen-bestatigt-plagiatsverdacht/

    Seit dem gab es nichts mehr zu berichten...

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