Rückblick, zweiter Teil: Die Höhe- und Tiefpunkte des Medienjahres 2013

War da nicht noch was? Genau, der zweite, subjektive Teil unseres Jahresrückblicks fehlt noch. Tradition halt. Denn wie die Vorjahre (2012, 2011, 2010) hat auch 2013 eine subjektive Rückschau von uns verdient.

Wer ihn verpasst hat, den ersten Teil unseres Jahresrückblicks (inklusive Zugriffszahlen) finden Sie hier: “Die 20 meistgeklickten Beiträge bei Flurfunk Dresden im Jahr 2013“.

Warum der subjektive Rückschau-Teil erst heute erscheint? Das hat viele Gründe. Einer davon: Nicht in jedem Monat des Jahres 2013 ist ein Blog-Eintrag erschienen, der in der subjektiven Rückschau hervorhebenswert wäre (das war in den Vorjahren gefühlt anders). Insbesondere in den letzten beiden Monaten des Jahres, also November und Dezember, litt die Bloggerei so unter der täglichen Arbeit, dass ungewöhnlich wenige Einträge erschienen sind. Tut uns leid, geht aber eben manchmal nicht anders.

Daher haben wir uns für eine neue, wesentlich spektakulärere Vorgehensweise beim Rückblicken entschieden: Die Benennung von "Tops und Flops", wie es im Mediensprech so schön heißt.

Reden wir nicht lange drumherum, hier sind Sie: Die Höhe- und Tiefpunkte des Medienjahres 2013 – exklusiv durch die Flurfunk-Brille betrachtet! Wie immer gilt: Wir freuen uns über Kommentare, Ergänzungen und Hinweise!

Tiefpunkt des Jahres: Lokal-TV-Aus

Ja, das war ein ganz schöner Schock: Ende Mai verkündete Sachsen-Fernsehen-Geschäftsführer René Falkner das Aus für die beiden Lokalprogramme Leipzig-Fernsehen und Sachsen-Fernsehen in Chemnitz (30.5.2013: "Sachsen-Fernsehen verkündet Aus für Sender in Leipzig und Chemnitz"). Auch wenn die Einstellung des Programms dank neuer Gesellschafter inzwischen abgewendet worden ist, hat die Nachricht für einige Bewegung in der sächsischen Medienwelt gesorgt. Dazu gibt es hoffentlich schon bald mehr zu berichten, wir sind dran.

Ebenfalls im Rennen um den medialen Tiefpunkt des Jahres waren diese beiden Nachrichten:

Personalie des Jahres: Oliver Radtke

Den größten Karrieresprung 2013 machte aus unserer Sicht der DD+V-Geschäftsführer Oliver Radtke, der in den Vorstand des Mutterhauses Gruner+Jahr aufstieg (10.4.: DD+V: Oliver Radtke wechselt in Gruner+Jahr-Vorstand). Aus der Position wirft er übrigens immer noch einen Blick auf die "Sächsische Zeitung" und die vielen Schwester-und Bruderunternehmungen, fällt die DD+V doch in Hamburg in seinen Aufgabenbereich.

Weitere, sehr erwähnenswerte Personalien im vergangenen Jahr:

Flop des Jahres: Leistungsschutzrecht

Es ist schon fast wieder in Vergessenheit geraten: Das heiß diskutierte Leistungsschutzrecht, dass die Verlage an den tollen Umsätzen von großen Suchmaschinen beteiligen sollte, wurde hitzig diskutiert, trotzdem eingeführt und *flupp*, weg war es. Was sicherlich auch daran lag, dass Google den Verlagen die Daumenschrauben angelegt hatte… Hier sind die Auswirkungen auf Sachsen nachzulesen: "Leistungsschutzrecht: Zeitungen in Sachsen bleiben bei Google News" (1.8.).

Höhepunkt des Jahres: #Hochwasser

Die Elbe trat über die Ufer und die Solidarität und Hilfsbereitschaft in der Stadt überschlug sich – und fand einen "neuen" Kanal in den sozialen Netzwerken. Die Bedeutung der diversen Facebook-Gruppen oder auch der Google-Map für die Fluthilfe auf privater Ebene war aus unserer Sicht der "Höhepunkt des Jahres".

Das Thema schlug sich in einer kleinen Interview-Reihe bei uns im Blog nieder: Auf den Auftakt-Beitrag (22.6.: "Hochwasser 2013 und die sozialen Medien: Was bleibt?") folgten insgesamt vier Interviews, u.a. mit Sachsens Innenminister (17.11.: "Markus Ulbig: “Wenn sich beides ergänzt, können regelrechte Wunder geschehen”). Lesenswert aus unserer Sicht ist außerdem die Zusammenfassung einer Podiumsdiskussion zum Thema, die das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden im November 2013 veranstaltete. Titel unseres Blog-Beitrags: "Facebook in der Krise – Anmerkungen zur Veranstaltung 'Infoflut während der Flut'" (28.11.).

Gastbeitrag des Jahres: "Billige Anmache"

Ja, Martin, das war mal ein cooler Einstieg – gleich mal mit einem der ersten Blogeinträge eine Verlinkung im Bildblog erreicht. Respekt. Hier ist für Dich und alle anderen der Beitrag nachzulesen: "Billiger geht immer: MDR bewirbt Rundfunkbeitrag" (29.1.).

Kündigung des Jahres: Steffen Kottkamp

Es ist zwar insgesamt etwas ruhiger geworden beim skandalgeübten Heimatsender, aber auch 2013 schlugen die alten Geschichten noch mal ordentliche Wellen. Die bemerkenswerteste: Die Freistellung von KiKA-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp (unsere Meldung dazu hier nachzulesen: MDR entlässt KiKA-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp (14.3.)).

Bemerkenswert ist die Geschichte auch deshalb, weil sich Kottkamp öffentlich wehrte und die MDR-Spitze scharf angriff (hier etwa in der "FAZ" vom 15.4. nachzulesen). Kürzlich hat man sich übrigens dann doch gütlich geeinigt (mdr.de vom 15.1.2014: "Ex-KiKA-Chef und MDR einigen sich außergerichtlich"), womit diese Geschichte nun auch endlich hier im Blog erzählt wäre.

In der Kategorie "Kündigung des Jahres" ist aber sicherlich auch noch der Geschäftsführer-Wechsel bei der "LVZ" erwähnenswert, bei uns mit vielen Details nachlesbar: "'Leipziger Volkszeitung': Geschäftsführer Norbert Schmid abgelöst" (9.1.).

Gerücht des Jahres: Zimmermann/Unister

Der Mann sorgt gerne mal für Überraschungen. Als im Juni in thüringischen Zeitungen das Gerücht auftauchte, der damalige Regierungssprecher Peter Zimmermann wolle zu einem großen Internet-Unternehmen nach Leipzig wechseln, hätte man im Grunde schon wissen können: Solche Gerüchte erweisen sich selten als falsch. Unsere Meldung war zwar als Frage getarnt ("Wechselt Peter Zimmermann zu Unister?"), zumal wir auch daneben gelangt haben, welche Funktion er übernehmen wird. Trotzdem, werte Leser, hier der Hinweis: Ohne eigene Recherche hätten wir eine Information mit so einer Dimension so nicht transportiert. Denn, Flurfunk-Prinzip: Wir transportieren keine Gerüchte.

Flurschelte des Jahres: Der A.C.A.B.-Skandal

Das musste mal sein: In unserer Flurschelte "A.J.A.B. – oder: Wie Massenmedien im Jahr 2013 funktionieren" (1.7.) haben wir aufgeschrieben und kommentiert, wie Medienskandalisierung heutzutage funktioniert. Lesenswert bei der Geschichte sind aus unserer Sicht nach wie vor die Kommentare…

Lacher des Jahres: Kopf-Rechenfehler beim MDR

Immer noch lustig: Da buddeln die in Freiberg einen alten Mönch aus und irgend jemand mopst den Schädel, wie die "Mopo" berichtet. Und was macht der MDR-Sachsenspiegel ein paar Tage später: den guten Mann schlappe 5.400 Jahre älter. Hier nachzulesen: "Ohne (viele) Worte: Kopfloses Rechnen beim MDR-'Sachsenspiegel'" (29.4.). Wie lautet die 1o.000 Jahre alte Journalistenweisheit: Wenn nacherzählen, dann richtig!

Deal des Jahres: DTG-Nachfolge

Auch 2013 gab es einige Bewegungen im heimischen Medienmarkt. Die bemerkenswerteste aus unserer Sicht: Das "Sächsische Zeitung"-Mutterhaus DD+V schnappte sich gemeinsam mit dem ehemaligen Geschäftsführer der städtischen Tourismus-Gesellschaft DTG das DTG-Nachfolge-Projekt. Hier nachzulesen: "DTG-Nachfolge: DD+V und Knüpfer gewinnen städtische Tourismus-Ausschreibung" (23.1.).

Außerdem erwähnenswert in dieser Kategorie:

Entwicklung des Jahres: "ZEIT im Osten"

Ursprünglich sollte diese Kategorie ja "Neuentwicklung" oder sogar "Gründung des Jahres" heißen. Mhmm, da gibt es aber so wenig zu berichten… Deswegen, keinesfalls als Abstufung gemeint, hier eine wirklich positive Entwicklung – mit hoffentlich Signalwirkung in die Branche: "'ZEIT im Osten' jetzt mit größerem Verbreitungsgebiet" (25.9.).

Projekt-Ende des Jahres: "BILD" ohne Balken

Die Kategorie führen wir hier nur ein, weil wir uns sicher sind, dass da langfristig noch einiges passieren wird. Denn der Wandel der Medienlandschaft ist noch lange nicht abgeschlossen. Für 2013 bedeutet wohl – ganz egoistisch aus Dresdner Sicht – der Umbau bei Springers "BILD" den größten Einschnitt: "Springer-Umbau: Produktion von 'BILD Dresden' zieht nach Leipzig" (29.7.).

Nicht ganz die gleiche Flughöhe, aber ebenfalls meldenswert in dieser Kategorie: "'Sächsische Sportzeitung': Kiosk-Experiment gescheitert?!" (29.6.).

Unser Interview des Jahres: Carsten Dietmann

Es kommt im Grunde viel zu selten vor, dass wir uns einzelnen Personen in Interview-Form nähern, aber auch 2013 gelang uns aus unserer Sicht ein bemerkenswertes Stück: Flurfunk Dresden interviewte den Geschäftsführer der DD+V ("Sächsische Zeitung", "Mopo" u.a.). Hier nachzulesen: Carsten Dietmann, DD+V: “Unsere Redaktionen sind nicht käuflich.” (30.8.)

Unser persönlicher Lieblings-Blogeintrag des Jahres: Ideenskizze

Zum Schluss noch unser persönliches Lieblingsstück: Es ist eigentlich nach wie vor unglaublich, wie viel Ressonanz und Feedback uns unsere Ideenskizze für ein Lokalblog mit Paywall eingebracht hat. Offenbar gibt es eine ganze Reihe von Leuten, die mit den Füßen scharren, endlich etwas Neues auf die Beine zu stellen. An der Stelle der Hinweis: Wir haben uns schon sehr bewusst dazu entschieden, die Idee zu veröffentlichen statt sie einfach umzusetzen. Also, falls jemand die Idee einfach nehmen mag, hier ist sie: "Ideenskizze: Wie wäre es mit einem Lokal-Blog mit Paywall?" (15.7.).

Das waren die Höhe- und Tiefpunkte des Medienjahres 2013. Haben wir etwas vergessen? Sehen Sie einen Punkt anders? Wie immer freuen wir uns über Hinweise und Kommentare!

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