Rückblick, zweiter Teil: Das Dresdner Medienjahr 2012

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Traditionen soll man pflegen: Nachdem wir Anfang Januar schon unsere Ranking der 20 meistgeklickten Beiträge 2012 veröffentlicht haben, erfolgt nun - wie 2010 und 2011 - unser subjektiver Rückblick auf das vergangene Medienjahr.

Trends, Tendenzen, Höhepunkte? Einige Aspekte haben wir schon im ersten Teil unseres Jahresrückblicks erwähnt.

Kommen wir lieber gleich zur Sache:

Das Dresdner Medienjahr 2012

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Januar

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Screenshot von der Dialog-Plattform

Das neue Jahr begann mit Netz-Experimenten: Der Freistaat schaltete seine Dialog-Plattform frei - und erntete kritische Kommentare (Neue Dialog-Plattform: Kritik am Ulbig-VideoGastkommentar zu Dialog.Sachsen: “Es fehlt der Wille und die echte Bereitschaft”). Aus unserer Sicht wesentlich weniger Resonanz (und das soll was heißen!) provozierte das Blog der "Sächsischen Zeitung" zur Gewinnung von Nachwuchsjournalisten.

Weitere erwähnenswerte Geschichten im Januar 2012:

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Februar

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Der 13. Februar spielte auch 2012 für uns Flurfunker eine bedeutende Rolle - allerdings anders als im Vorjahr. Denn stawowy media durfte Frank Richter, Moderator der AG 13. Februar, bei der Pressearbeit unterstützen. Entsprechend gab es keine Medienkritik, sondern einige wenige Beiträge zum Thema. Aber es gab ja genug anderes zu berichten: Die "Sächsische Zeitung" legte den Nachfolger des Veranstaltungsmagazins "Plusz" vor, "BILD" eröffnete in Chemnitz wieder eine eigene Redaktion und die Kultur- und Kreativschaffenden der Stadt gründeten den Verband "Wir Gestalten Dresden".

Weitere erwähnenswerte Geschichten im Februar 2012:

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März

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Noch in der Hauptstraße: der "DNN"-Schriftzug.

Eine schwierige Recherche war diese Geschichte: Nach sich über Wochen hartnäckig haltenden Gerüchten mit reichlich frustrierenden Rechercheerlebnissen erschien unsere Meldung über einen Stellenabbau und den Umzug der "DNN" ausgerechnet an dem Tag, als die Kündigungen ausgesprochen wurden. Das sei mal tagesaktuelle Berichterstattung, zynischte es hinterher in der Redaktion.

Wundersam: Unsere exklusive Meldung, dass der große MDR die Verantwortlichkeiten für den Online-Bereich zum Jahreswechsel 2012/13 komplett umbaut, brachte irgendwie kaum Ressonanz, geschweige denn die erwarteten Verlinkungen. Vielleicht bewerten wir dieses Online-Zeugs doch über?

Weitere erwähnenswerte Geschichten im März 2012:

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April

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Der Flurfunk wirkt (nicht ;-) ): Im April trafen sich der ehemalige "LVZ"-Chefredakteur Bernd Hilder und sein Verlag vor Gericht, Hilder klagte gegen seine Kündigung. Wie uns ein bei den Verhandlungen anwesender Kollege hinterher erzählte: Als Begründung für die Kündigung führte der Verlag nur ein Beispiel an - die Flurfunk-Meldung "Wie 'LVZ' und 'DNN' mit dem potentiellen MDR-Intendanten Bernd Hilder umgehen". Hilder bekam teilweise Recht, die Kündigung war unwirksam.

Weitere erwähnenswerte Geschichten im April 2012:

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Mai

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Foto von der ersten "Mopo"-Geschichte vom 11.4.2012.

Im Mai waren die Filmnächte am Elbufer Stadtgespräch. Grund genug für uns, mal die Hintergründe zu beleuchten zu diesem Zeitungs-Zickenkrieg. Zum Medientreffpunkt Mitteldeutschland versuchten wir uns mal im kuratieren - herausgekommen sind zwei Storifys, jeweils zu Tag 1 und Tag 2. Für Tag 3 fehlte dann irgendwie die Energie...

Weitere erwähnenswerte Geschichten im Mai 2012:

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Juni

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Klarer Vorsprung: Fast eine Stunde mussten wir auf die Bestätigung durch eine zweite Quelle warten. Trotzdem waren wir mindestens 15 Minuten schneller als die Kollegen von der dpa, den neuen sächsischen Regierungssprecher zu melden. Ärgerlich: 2011 hatten wir in Folge des LPK-Sommerfests eine Liste mit allen "Schlagzeilen des Jahres" von 2000-2011 erstellt, was einige Zeit in Anspruch nahm - also hielten wir die Liste erstmal zurück. Und dann bekommt die LPK das Sommerfest 2012 nicht hin?! Ergab die schräge Flurfunk-Schlagzeile: "LPK: Sommerfest abgesagt; alle 'Schlagzeilen des Jahres' von 2000-2011".

Weitere erwähnenswerte Geschichten im Juni 2012:

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Juli

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Die Ergebnisse der Radio-Reichweiten (MA Radio II 2012) wirbelten die bestehende Konstellation ordentlich durcheinander - daran dürfte manche Station wohl noch eine Weile knabbern. Da ist die Entwicklung des Print-Marktes beständiger... es blieb und bleibt beim konstanten Rückgang der Zeitungsauflagen.

Weitere erwähnenswerte Geschichten im Juli 2012:

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August

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Titelbild der "Mopo Dresden" vom 8.8.2012

Das Vertrauen in die Zeitungen wird sicher auch nicht besser mit solchen Geschichten wie der vom angeblichen Sachsen-Trojaner: Auf Basis einer Pressemitteilung eines Grünen Landtagsabgeordneten - vermutlich nicht ganz unabsichtlich mit einer unklaren Formulierung versehen - skandalisierten die sächsischen Medien den Versuch der Staatskanzlei, Social-Media-Monitoring zu betreiben. Es ist aber auch ein Teufelszeug, dieses Internet! Wobei: Dass die Rettung des Journalismus im Netz liegen könnte - man mag es kaum glauben, solange es Angebote wie jenanews.de gibt.

Weitere erwähnenswerte Geschichten im August 2012:

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September

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"Herr Stawowy, Sie haben da ja was veröffentlicht, was ich offiziell gar nicht gut finden kann. Aber mal unter uns: Wie sind Sie an die Zahlen gekommen?" "Öhm, ich hab ne Mail geschrieben?" Na gut, vielleicht war der deutliche Hinweis hilfreich, dass die Reichweiten der Lokal-TV-Sender in anderen Bundesländern auch veröffentlicht werden... "Unsolide und schwach" fanden wir die Teilnahme von Energy Sachsen am uam Bundesvision Song Contest.

Weitere erwähnenswerte Geschichten im September 2012:

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Oktober

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Wer braucht noch eine Zeitung? Mit dieser provokanten Frage beschäftigte sich die MDR-Radio-Sendung "Dienstags direkt" am 9.10., zu der man mich als einen der Experten ins Studio lud. Schöne neue Online-Welt: Einige Fakten zum Thema waren vorab schon im Flurfunk zu lesen.

Die Position von SPD-Medienpolitiker und Generalsekretär Dirk Panter, dass Onlinejournalismus eine eigene Gattung sei, ist bis heute im Flurfunk Dresden unwidersprochen. Dabei teilen wir diese Position nicht! Vielleicht erscheint eines Tages auch unser angefangenes Lesestück: "Wir brauchen Journalismus, nicht Gattungen". Eines Tages. Bestimmt.

Weitere erwähnenswerte Geschichten im Oktober 2012:

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November

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Screenshot von der FB-Seite "SG Dynamo Dresden Fans"

"Erster!", konnten wir - wie häufiger in diesem Jahr - bei einer Meldung aus unserer Kategorie Chefetage rufen - mit dem Abschied von Thomas Reiche beim Sachsenspiegel überraschten wir den einen oder anderen Leser. Da wunderte uns auch nicht mehr, dass Reiche gar nicht auf unsere Mail einige Tage zuvor mit Bitte um eine Stellungnahme zum Shitstorm gegen den MDR wegen eines Dynamo-Symbolbildes reagiert hatte. Auch den Wechsel von Thomas Schultz-Homberg zur "FAZ" brachten wir als erstes - dabei, so war zu hören, stand die Personalie schon seit Mitte Oktober im DD+V-Intranet. Liebe Leser, so geht das nicht! Warum kommt die Info nicht früher bei uns an?

Weitere erwähnenswerte Geschichten im November 2012:

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Dezember

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Na und, wie lange gibt es jetzt noch Zeitungen? Noch eine ganze Weile, meinen wir. Umso weniger konnten wir die Ansammlung von Durchhalteparolen in der "Sächsischen Zeitung" unkommentiert lassen, die im November und Dezember dort aufliefen. Wobei wir die Strategie, die Zeitungsinhalte einfach lieblos in einen zumindest hübscher gewordenen Online-Auftritt zu schütten, sicher nicht für die beste Idee halten.

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an alle, die uns im Laufe des Jahres zitiert haben! Andere dürfen sich davon gern in Zukunft ein Scheibchen abschneiden!

Weitere erwähnenswerte Geschichten im Dezember 2012:

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Damit schließt unser Rückblick auf das Dresdner Medienjahr 2012. Wir sind sehr gespannt, was das Jahr 2013 bringen wird. Sie haben Anregungen, Vorschläge, Kritik? Scheuen Sie nicht, hier zu kommentieren oder mit uns Kontakt aufzunehmen!

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